1. Einleitung
Ein häufig behandeltes Thema unserer Zeit, nicht selten begleitet von Verwirrung und ideologischer Verzerrung, ist die Frage nach der rechten Ordnung von Gesellschaft, Wirtschaft, und menschlichem Zusammenleben im Lichte der Wahrheit. Die folgende Darstellung beabsichtigt, jene Prinzipien darzulegen, welche wir als Christen Division als verbindlich anerkennen und vertreten, insofern sie im Einklang stehen mit Vernunft, Offenbarung und des beständigen Lehre der Kirche. Im Bereich der Philosophie und Soziallehre orientieren wir uns maßgeblich an der thomistischen Schule, insbesondere an der Lehre des heiligen Thomas von Aquin, sowie an den daraus hervorgegangenen Traditionen der Scholastik. Unsere thomistische Anschauungen kommen von den Schreibern und Schreiberinnen, wie Johannes vom S. Thomas, Francisco Zumel, Marin-Sola, Francisco Canals, Cornelio Fabro, Tomas Tyn, Edith Stein und die Tradition der Salmaticenses Schule. Zu der politischen Philosophie greifen wir auf distributistische Ansätze zurück, wie sie etwa in “DE REGNO” von S. Thomas von Aquin formuliert wurden. Unser Ziel besteht darin, eine Ordnung und Revolution zu fördern, die sowohl der Natur des Menschen als auch seinem übernatürlichen Ziel entspricht. Es ist hierbei festzuhalten, daß jede gesellschaftliche Handlung — ebenso wie jede individuelle Handlung — ihrer moralischen Bestimmung nach entweder gut oder schlecht ist, je nach ihrem Objekt, ihrem Ziel und den Umständen. Daraus folgt, daß auch politische und wirtschaftliche Strukturen nicht neutral sind, sondern notwendigerweise einer moralischen Bewertung unterliegen. Hiermit sagen wir also öffentlich, daß wir keine Rechtsextremisten sind! Wir sind eine dritt-positionierte revolutionäre Gruppe, die nach der Wiedergeburt Deutschlands strebt.
2. Wirtschaftsordnung
Wir, die Christliche Division (CD), gestalten unsere Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung in bewusster Orientierung an der katholischen Soziallehre, insbesondere an den Grundsätzen der Enzyklika Rerum Novarum von Papst Leo XIII. sowie der Lehre des hl. Thomas von Aquin. Für uns ist Wirtschaft kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug zur Verwirklichung des Gemeinwohls, zur Sicherung der Menschenwürde und zur Stärkung von Familie, Gemeinschaft und moralischer Ordnung. Unsere Ordnung verbindet Eigentum, soziale Verantwortung und staatliche Ordnung in einem einheitlichen ethischen Rahmen. Wir bekennen uns zum natürlichen Recht auf Privateigentum, da dieses dem Menschen entspricht und für ein geordnetes gesellschaftliches Leben notwendig ist. Eigentum ist für uns jedoch nicht absolut, sondern immer mit einer sozialen Pflicht verbunden. Wer Güter besitzt, trägt Verantwortung dafür, sie nicht nur zum eigenen Nutzen zu verwenden, sondern auch zum Wohl der Gemeinschaft einzusetzen. In diesem Sinne verstehen wir Eigentum als Verwaltungsgut unter göttlicher Ordnung, nicht als schrankenloses Verfügungsrecht. Wir orientieren uns dabei ausdrücklich an der Lehre des Thomas von Aquin, der betont, dass Menschen äußere Güter zwar rechtmäßig besitzen dürfen, sie jedoch im Gebrauch als gemeinschaftlich verstehen sollen, insbesondere gegenüber Bedürftigen. Aus diesem Grund gilt für uns: Über den notwendigen Bedarf hinaus entsteht eine moralische Verpflichtung zur Hilfeleistung und zur Unterstützung der Armen durch Almosen, Solidarität und gerechte Verteilung. Reichtum ist damit nicht nur Privileg, sondern auch Prüfung und Verantwortung. Wir sehen die Menschen als Kinder eines gemeinsamen Schöpfers und damit als grundlegend gleich in ihrer Würde. Unterschiede in Besitz, Bildung oder Stellung ändern nichts an dieser grundlegenden Gleichheit vor Gott. Daraus folgt für uns die Pflicht zur gegenseitigen Achtung und zur Überwindung sozialer Spannungen zwischen Arm und Reich durch Gerechtigkeit, Nächstenliebe und soziale Verantwortung. Armut ist für uns keine Schande, sondern eine Lebenslage, die Würde besitzt und besondere Aufmerksamkeit verdient. Wir lehnen sowohl den ungezügelten Kapitalismus als auch den zentralistischen Sozialismus ab. Der Kapitalismus führt aus unserer Sicht zur Konzentration von Reichtum, Macht und Einfluss in wenigen Händen und fördert Egoismus sowie soziale Entfremdung. Der Sozialismus hingegen gefährdet die persönliche Freiheit und Verantwortung, indem er Eigentum und Initiative übermäßig verstaatlicht. Stattdessen streben wir eine distributistische Ordnung an, in der Eigentum breit verteilt ist und möglichst viele Menschen selbstständig wirtschaften können. In unserer Wirtschaftsordnung fördern wir kleine und mittlere Betriebe, Handwerk, Familienunternehmen und eine lokale, bodenständige Landwirtschaft. Ziel ist es, dass möglichst viele Familien unabhängig wirtschaften und ihre Existenz sichern können. Eigentum soll nicht in wenigen Händen konzentriert sein, sondern in der Gesellschaft breit verteilt werden, um soziale Stabilität, wirtschaftliche Unabhängigkeit und persönliche Verantwortung zu stärken. Wir sehen Arbeit nicht nur als wirtschaftliche Tätigkeit, sondern als notwendige Grundlage menschlichen Lebens. Jeder Mensch hat das Recht, durch seine Arbeit seinen Lebensunterhalt zu sichern. Gleichzeitig ergibt sich daraus die Pflicht, dass Arbeit gerecht entlohnt wird und ein Leben in Würde ermöglicht. Löhne dürfen nicht allein dem freien Markt überlassen werden, wenn dadurch Unrecht oder Ausbeutung entsteht. Wir betonen, dass der Lohn so beschaffen sein muss, dass ein Arbeiter nicht nur sich selbst, sondern auch seine Familie angemessen versorgen kann. Wo freie Verträge zu ungerechten Ergebnissen führen, erkennen wir eine moralische Pflicht zur Korrektur durch soziale Gerechtigkeit und gegebenenfalls staatliche Ordnung. Freiheit im Vertrag darf nicht zur Unterdrückung durch Not führen. Wir sehen den Staat als Hüter des Gemeinwohls, nicht als Herrscher über den Menschen. Seine Aufgabe besteht darin, gerechte Rahmenbedingungen zu schaffen, Recht zu schützen und die Schwachen zu verteidigen. Der Staat soll eingreifen, wenn das Gemeinwohl, die Familie, die Moral oder die Rechte der Arbeiter gefährdet sind, jedoch ohne die natürliche Ordnung von Familie, Eigentum und Gemeinschaft zu zerstören. Wir betonen die Bedeutung von Ruhezeiten, insbesondere der Sonntagsruhe, die nicht nur körperliche Erholung, sondern auch geistige und religiöse Erneuerung bedeutet. Arbeit darf den Menschen nicht seiner Würde, seiner Familie oder seiner religiösen Pflichten berauben. Daher müssen Arbeitszeiten so gestaltet sein, dass sie mit dem menschlichen Leben und der Gesundheit vereinbar sind. Wir fördern die Bildung von Vereinigungen, insbesondere von Arbeitervereinen und Berufsorganisationen, die der gegenseitigen Hilfe, Solidarität und Interessenvertretung dienen. Solche Zusammenschlüsse stärken den sozialen Frieden und ermöglichen es Arbeitern und Arbeitgebern, Konflikte in geregelter und gerechter Weise zu lösen. Diese Organisationen sollen frei sein, aber moralisch geordnet und dem Gemeinwohl verpflichtet. Wir erkennen die Bedeutung der Kirche als moralische und geistige Leitinstanz an. Sie hat die Aufgabe, die Menschen zu Tugend, Nächstenliebe und Gerechtigkeit zu führen und damit die Grundlage einer gerechten Gesellschaft zu sichern. Ohne moralische und religiöse Erneuerung bleibt jede wirtschaftliche oder politische Ordnung unvollständig. Wir sehen das Ziel unserer Ordnung darin, soziale Gegensätze zwischen Arm und Reich zu verringern und eine Gesellschaft zu schaffen, die auf Zusammenarbeit statt Klassenkampf beruht. Eigentum, Arbeit und Verantwortung sollen so verteilt sein, dass möglichst viele Menschen an Wohlstand und Stabilität teilhaben können. Dadurch entsteht sozialer Frieden und eine gerechte Ordnung. Zusammenfassend verstehen wir unsere Wirtschaftsordnung als ein auf christlicher Ethik basierendes System, das Eigentum schützt, soziale Verantwortung betont und staatliche Ordnung mit moralischen Prinzipien verbindet. Inspiriert von Rerum Novarum und der scholastischen Philosophie streben wir eine Gesellschaft an, in der wirtschaftliches Handeln dem Menschen dient, die Familie stärkt und das Gemeinwohl über individuellen Eigennutz stellt.
3. Theologische Grundlagen
Wichtig hier ist das christliche Verständnis des Menschen, seiner Bestimmung, und seiner Einordnung in die göttliche Ordnung. Die folgenden Darlegungen beabsichtigen, die wesentlichen Prinzipien darzustellen, wie sie sich aus der Heiligen Schrift, der kirchlichen Tradition und der theologischen Reflexion ergeben. Im Bereich der Theologie halten wir uns, wie gesagt, an die Lehre des Thomas von Aquin, welcher in Übereinstimmung mit den Vätern der Kirche lehrt, daß der Mensch sowohl eine natürliche als auch eine übernatürliche Bestimmung besitzt. Der Mensch ist nach dem Ebenbild Gottes geschaffen (imago Dei, vgl. Gen 1,27) und ist daher nicht bloß ein materielles oder gesellschaftliches Wesen, sondern auf eine letzte Vereinigung mit Gott hingeordnet durch seiner immateriellen Seele. Hier ist es notwendig, zwischen der natürlichen Ordnung und der Ordnung der Gnade zu unterscheiden. Die natürliche Ordnung betrifft das, was der Mensch durch Vernunft erkennen und durch seine eigenen Kräfte erreichen kann; die Ordnung der Gnade hingegen übersteigt diese und führt den Menschen zu seinem übernatürlichen Ziel, welches in der Anschauung Gottes besteht (visio beatifica) und eine komplet Intellektuelle Anschauung ist, die in der Seele stattfindet. Diese Unterscheidung ist wesentlich, um sowohl eine Reduktion des Menschen auf das rein Weltliche als auch eine falsche Vergeistigung zu vermeiden. Die Heilige Schrift selbst bezeugt, daß jede legitime Ordnung letztlich von Gott herkommt: „Es gibt keine Autorität außer von Gott“ (vgl. Röm 13,1). Daraus folgt jedoch nicht, dass jede konkrete Ausübung von Autorität gerecht ist, sondern vielmehr, dass jede Autorität sich an der göttlichen Ordnung messen lassen muss. In diesem Sinne betont auch S. Augustinus von Hippo, dass ein Gemeinwesen ohne Gerechtigkeit nichts anderes sei als eine große Räuberbande („Remota itaque iustitia quid sunt regna nisi magna latrocinia” —De Civitate Dei Buch IV). Von zentraler Bedeutung ist ferner die Lehre von der Liebe (caritas) als höchstem Prinzip der christlichen Ordnung. Wie der Apostel schreibt: „Die Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes“ (Röm 13,10). Diese Liebe ist jedoch nicht als bloßes Gefühl zu verstehen, sondern als eine geordnete Hingabe an Gott und den Nächsten, welche die gesamte moralische und soziale Ordnung durchdringt und vollendet. Weiterhin ist hervorzuheben, dass die Tugenden eine grundlegende Rolle im christlichen Leben spielen. Neben den natürlichen Tugenden — Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung — treten die theologischen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe, welche den Menschen unmittelbar auf Gott hin ausrichten. Ohne diese Tugenden kann weder das Individuum noch die Gesellschaft ihre wahre Vollendung erreichen. Die Heilige Schrift bezeugt sowohl die Würde des Eigentums als auch seine Verantwortung: „Du sollst nicht stehlen“ (Ex 20,15) schützt das Eigentum des Menschen, während zugleich die Mahnung gilt, den Armen nicht zu vernachlässigen und die Güter mit dem Bedürftigen zu teilen (vgl. Spr 19,17). Auch Christus selbst identifiziert sich mit den Armen und Bedürftigen (vgl. Mt 25,40), wodurch deutlich wird, dass der Umgang mit Besitz eine moralische und geistliche Dimension besitzt. Der heilige Augustinus lehrt, dass wahre Ordnung nur dort besteht, wo Gerechtigkeit herrscht, und dass irdische Güter ohne diese Gerechtigkeit ihren Sinn verlieren. Daraus folgt, dass Besitz niemals rein selbstbezogen verstanden werden darf, sondern stets in Verantwortung vor Gott und dem Nächsten steht. In Rerum Novarum bestätigt Papst Leo XIII. diese Linie, indem er das natürliche Recht auf Privateigentum verteidigt, es jedoch zugleich klar in eine Pflicht zur sozialen Verantwortung einordnet. Eigentum ist danach nicht absolut, sondern stets auf das Gemeinwohl hingeordnet und moralisch verpflichtet. Aus dieser theologischen Gesamtsicht ergibt sich die Überzeugung, dass jede wirtschaftliche Ordnung daran gemessen werden muss, ob sie Eigentum verantwortbar macht, soziale Abhängigkeit verhindert und die Familie stärkt. Wenn Eigentum so konzentriert ist, dass große Teile der Bevölkerung von wenigen abhängig werden, widerspricht dies der natürlichen Gerechtigkeit und der von Gott gewollten Ordnung der Gemeinschaft. So ergibt sich aus Schrift, Tradition und Lehramt die Grundlinie, dass wirtschaftliche Güter nicht zur Unterdrückung oder Abhängigkeit führen dürfen, sondern dem Menschen dienen sollen, damit er in Freiheit, Verantwortung und Würde leben kann. Wir verstehen daher jede gerechte Sozialordnung als eine Ordnung, die Eigentum, Arbeit und Familie in Übereinstimmung mit der göttlichen Gerechtigkeit hält und den Menschen nicht vom Ziel seiner Bestimmung trennt, sondern ihn darauf hinordnet. Wir bekennen schließlich, dass das letzte Ziel des Menschen nicht in Besitz oder irdischem Wohlstand liegt, sondern in der Vereinigung mit Gott. Jede Ordnung ist nur dann wahrhaft gerecht, wenn sie diesem höchsten Ziel nicht widerspricht, sondern ihm dient.
4. Philosophische Grundlagen
Der Ausgangspunkt ist die Bestimmung des Menschen als vernünftiges und zugleich wesentlich auf Gemeinschaft bezogenes Wesen (animal rationale et sociale). Diese Bestimmung ist nicht zufällig, sondern ergibt sich aus der Struktur menschlicher Handlung selbst: Der Mensch handelt zielgerichtet, kann Zwecke erkennen und sein Handeln an Gründen ausrichten. Zugleich ist er in seiner Bedürftigkeit und seiner Entwicklung auf Kooperation mit anderen angewiesen. Daraus folgt, dass Gemeinschaft nicht bloß ein historisches Produkt oder ein Vertrag ist, sondern eine natürliche Vollzugsform menschlicher Existenz. Aristoteles beschreibt daher den Menschen als „politisches Wesen“, das seine Vollendung nur in der polis erreicht. Thomas von Aquin übernimmt diese Grundstruktur und integriert sie in eine umfassende Naturrechtslehre. Gesellschaft ist demnach nicht primär ein technisches Instrument zur Interessenskoordination, sondern ein Ordnungszusammenhang, der auf ein rational bestimmbares Ziel hin ausgerichtet ist: das Gemeinwohl (bonum commune). Das Gemeinwohl ist dabei nicht mit der bloßen Summe individueller Güter identisch. Vielmehr bezeichnet es die geordnete Struktur der gesellschaftlichen Verhältnisse, die es den Einzelnen ermöglicht, ein gutes, d. h. tugendhaftes und vernunftgemäßes Leben zu führen. Es ist ein relationales Gut: Es besteht nicht unabhängig von den Personen, sondern in der Ordnung ihrer wechselseitigen Beziehungen. In De Regno betont Thomas von Aquin, dass politische Herrschaft genau darauf ausgerichtet sein muss, eine solche Ordnung zu gewährleisten und nicht bloß Sicherheit oder Nutzen zu maximieren. Zentral für diese Ordnung ist die Tugendlehre. Tugenden sind stabile Dispositionen des Handelns, die den Menschen befähigen, gemäß der Vernunft zu handeln. Die vier Kardinaltugenden – Klugheit (prudentia), Gerechtigkeit (iustitia), Tapferkeit (fortitudo) und Maß (temperantia) – bilden dabei die Grundstruktur sowohl individueller Lebensführung als auch gesellschaftlicher Stabilität. Insbesondere die Gerechtigkeit hat eine konstitutive Funktion für soziale Ordnungen, da sie die Beziehung zwischen Personen regelt und die proportionale Zuteilung von Gütern, Pflichten und Anerkennung strukturiert. Die Klugheit wiederum ist die leitende Tugend der praktischen Vernunft, da sie bestimmt, wie allgemeine Prinzipien auf konkrete Situationen angewendet werden. Ohne Klugheit bleibt jede Ordnung abstrakt und ineffektiv. Die Tugenden sind somit nicht bloß private Eigenschaften, sondern haben unmittelbar politische und wirtschaftliche Relevanz, da jede stabile Gesellschaft auf der habituellen Ordnung vernünftigen Handelns ihrer Mitglieder beruht. Im Rahmen dieser Tugendethik ist Eigentum kein absoluter, unbedingter Herrschaftsanspruch, sondern eine durch die Vernunft begründete institutionelle Ordnung zur Regelung des Umgangs mit äußeren Gütern. In der Summa Theologiae argumentiert Thomas von Aquin, dass privateigentum rational nützlich ist, weil es Verantwortung klärt, Konflikte reduziert und eine effiziente Verwaltung von Ressourcen ermöglicht. Entscheidend ist jedoch, dass diese institutionelle Ordnung nicht die moralische Bestimmung der Güter aufhebt. Denn äußere Güter besitzen nach naturrechtlicher Auffassung stets eine soziale Funktion: Sie dienen der Erhaltung und Entfaltung menschlichen Lebens überhaupt. Daraus ergibt sich ein Doppelcharakter von Eigentum: Einerseits ist es individuell zugeordnet und strukturiert Verantwortlichkeiten; andererseits bleibt seine Verwendung an das Prinzip der gerechten und vernünftigen Nutzung gebunden. Der Missbrauch von Eigentum liegt nicht erst in der Verletzung positiver Gesetze, sondern bereits in der Verletzung seiner rationalen Zweckbestimmung. Aus dieser Struktur folgt eine Kritik an zwei entgegengesetzten Fehlordnungen. Einerseits ist eine unbegrenzte Akkumulation von Vermögen problematisch, wenn sie die proportionale Ordnung der Gesellschaft untergräbt und die Abhängigkeit vieler von wenigen erzeugt. Dies verletzt das Prinzip der distributiven Gerechtigkeit, das verlangt, dass gesellschaftliche Güter in einer Weise verteilt sind, die der unterschiedlichen Funktion und Leistung innerhalb der Gemeinschaft entspricht, ohne die grundlegende Gleichheit der Personen zu negieren. Andererseits ist auch eine vollständige Aufhebung individuellen Eigentums philosophisch problematisch, da sie die personale Verantwortung schwächt. Wenn niemand mehr in besonderer Weise für bestimmte Güter verantwortlich ist, wird die Verbindung zwischen Handlung, Entscheidung und Konsequenz gelockert. Dies beeinträchtigt die Ausbildung zentraler Tugenden wie Klugheit, Maß und Verantwortung. Die Naturrechtslehre bildet den übergeordneten normativen Rahmen dieser Überlegungen. Das Naturrecht ist die durch Vernunft erkennbare Ordnung menschlichen Handelns, die sich aus der Natur des Menschen als rationalem und sozialem Wesen ergibt. Es ist kein äußeres Gesetz, sondern die innere Rationalität praktischer Ordnung selbst. Institutionen sind daher nur insofern legitim, als sie mit dieser rationalen Struktur übereinstimmen. Recht und Gerechtigkeit sind in diesem Sinne nicht bloß positivistische Setzungen, sondern Ausdruck einer rational begründbaren Ordnung des Zusammenlebens. Eine Ordnung ist gerecht, wenn sie die Zwecke menschlichen Handelns nicht verzerrt, sondern ermöglicht. Dazu gehört insbesondere die Sicherung stabiler Lebensverhältnisse, die Förderung von Verantwortung sowie die Ermöglichung von Tugendentwicklung. Die politische Philosophie des Thomas von Aquin in De Regno erweitert diese Perspektive um die Frage der Stabilität politischer Ordnung. Eine Gemeinschaft ist nur dann stabil, wenn sie auf die Förderung des tugendhaften Lebens ausgerichtet ist. Eine rein utilitaristische oder machtzentrierte Ordnung verliert langfristig ihre innere Kohärenz, da sie keinen normativen Bezugspunkt mehr besitzt, der über bloße Interessen hinausgeht. Auch die Unterscheidung zwischen individueller und gemeinschaftlicher Ebene ist philosophisch zentral. Individuelles Handeln wird durch Klugheit und persönliche Verantwortung strukturiert, während gesellschaftliche Institutionen durch Gerechtigkeit und Gesetzgebung geordnet werden. Beide Ebenen stehen nicht im Gegensatz, sondern in einer komplementären Beziehung: Individuelle Tugend ermöglicht stabile Institutionen, während gerechte Institutionen wiederum die Ausbildung individueller Tugend fördern. Gesetze haben in dieser Perspektive eine pädagogische und ordnende Funktion. Sie sind nicht nur Zwangsinstrumente, sondern dienen der Formung praktischer Vernunft in der Gemeinschaft. Eine gute Gesetzgebung zielt daher nicht nur auf äußere Ordnung, sondern auf die Ausbildung von Charakter und Handlungsfähigkeit der Bürger. Schließlich ist jede wirtschaftliche Ordnung aus philosophischer Sicht nur dann vollständig gerechtfertigt, wenn sie auf die Förderung des guten Lebens (eudaimonia) ausgerichtet ist. Dieses gute Leben besteht nicht in rein materieller Maximierung, sondern in der Tätigkeit gemäß der Tugend über einen vollständigen Lebensverlauf hinweg. Wirtschaft ist somit kein autonomes System, sondern ein funktionaler Teil der umfassenden Ordnung des praktischen Lebens. Zusammenfassend ergibt sich aus der naturrechtlich-philosophischen Analyse, dass eine gerechte soziale und wirtschaftliche Ordnung folgende Kriterien erfüllen muss: Sie muss erstens der sozialen und vernünftigen Natur des Menschen entsprechen, zweitens das Gemeinwohl als strukturelles Ziel verfolgen, drittens Eigentum als verantwortete institutionelle Ordnung verstehen und viertens die Ausbildung und Stabilisierung der Tugenden ermöglichen. Jede Ordnung, die diese Bedingungen verfehlt, ist philosophisch defizitär, da sie nicht mit der rationalen Struktur menschlichen Handelns und seiner Zielgerichtetheit übereinstimmt.
5. Politische Struktur
Wir verstehen die politische Ordnung als einen verpflichtenden Dienst an Gott, der Gemeinschaft und der Nation. Unser Ziel ist der Aufbau einer faschistisch-nationalen, distributistischen und katholischen Regierung, in der Autorität, Moral und Verantwortung untrennbar miteinander verbunden sind. Politik ist für uns kein Mittel zur Durchsetzung individueller Interessen, sondern ein Instrument zur Verwirklichung des Gemeinwohls, wie es der Thomismus lehrt. Dabei orientieren wir uns besonders an den Lehren von Thomas von Aquin in De Regno, wo Führung als gerechter Dienst an der Gemeinschaft verstanden wird. In dieser Ordnung besitzt Autorität eine zentrale und notwendige Rolle, da nur durch klare Führung Stabilität und Einheit gewährleistet werden können. Führung verstehen wir jedoch nicht als bloße Machtausübung, sondern als moralische Verpflichtung, die Gesellschaft nach den Prinzipien von Gerechtigkeit, Vernunft und göttlicher Ordnung zu leiten. Die Führung besteht aus Personen, die sowohl moralisch als auch intellektuell geeignet sind und deren Handeln sich stets am Gemeinwohl orientiert. Die Leitung unserer Organisation erfolgt bewusst in einer Doppelspitze, um Verantwortung, Kontrolle und Ausgewogenheit zu sichern. Diese doppelte Führung vereint unterschiedliche Stärken und Perspektiven, bleibt jedoch in ihren Entscheidungen durch gemeinsame moralische und ideelle Grundlagen geeint. Dadurch wird verhindert, dass Macht in einer einzelnen Person konzentriert wird, während gleichzeitig eine klare und entschlossene Führung gewährleistet bleibt. Die Doppelspitze steht gemeinsam im Dienst der Gemeinschaft und trägt die Verantwortung, die Prinzipien unserer Ordnung konsequent umzusetzen. Die politische Struktur der CD basiert zugleich auf einer geordneten Hierarchie, die notwendig ist, um die verschiedenen Teile der Gesellschaft miteinander zu verbinden. Staat, Kirche, Familie und Gemeinschaft wirken in klar definierten Rollen zusammen, wodurch eine stabile und funktionierende Ordnung entsteht. Diese Hierarchie dient nicht der Unterdrückung, sondern der koordinierten Zusammenarbeit, sodass jede Ebene ihre Verantwortung im Einklang mit der natürlichen Ordnung erfüllen kann. Ein wesentliches Element unserer politischen Ordnung ist die Verbindung von Subsidiarität und zentraler Autorität. Während lokale Einheiten wie Familien, Gemeinden und wirtschaftliche Gemeinschaften eigenständig handeln sollen, greift der Staat ein, wenn Ordnung, Gerechtigkeit oder das Gemeinwohl gefährdet sind. Dadurch entsteht ein Gleichgewicht zwischen Selbstverantwortung und staatlicher Führung, das sowohl Freiheit als auch Stabilität gewährleistet. Die Bildung und Erziehung nehmen in unserer politischen Struktur eine Schlüsselrolle ein. Wir sorgen dafür, dass nicht nur Wissen, sondern auch Tugend, Pflichtbewusstsein und moralische Verantwortung vermittelt werden. Die Familie trägt hierbei die erste Verantwortung, während der Staat unterstützend eingreift, um sicherzustellen, dass jede Generation im Sinne der katholischen Lehre und der gesellschaftlichen Ordnung geformt wird. Nur durch eine solche Erziehung kann die politische und moralische Stabilität langfristig gesichert werden. Das Verhältnis von Staat und Kirche ist grundlegend für unsere Ordnung. Die Kirche bietet die moralische und geistige Orientierung, während der Staat die praktische Umsetzung von Ordnung, Recht und Gerechtigkeit gewährleistet. Beide Institutionen arbeiten eng zusammen, sodass politische Entscheidungen stets im Einklang mit christlicher Moral und dem Gemeinwohl stehen. Diese Verbindung stellt sicher, dass Macht niemals von ethischen Prinzipien getrennt wird. Unser Nationalismus ist ein zentraler Bestandteil dieser politischen Struktur. Wir empfinden einen tiefen Stolz auf die deutsche Nation, ihre Geschichte, Kultur und Traditionen, und sehen es als unsere Pflicht, dieses Erbe zu bewahren und zu schützen. Nationalismus bedeutet für uns nicht bloße Zugehörigkeit, sondern Verantwortung, Loyalität und Einheit, die die Grundlage für eine stabile und starke Gemeinschaft bilden. Diese Einheit wird auch durch die Bereitschaft zur Verteidigung der Ordnung, der Kultur und des Gemeinwohls gestärkt, sodass die Gesellschaft sowohl innerlich gefestigt als auch nach außen geschützt ist. Gleichzeitig steht unsere politische Ordnung im Einklang mit dem distributistischen Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell, das auf breiter Eigentumsverteilung, familiärer Stabilität und lokaler Verantwortung basiert. Diese Verbindung von politischer Führung und wirtschaftlicher Ordnung sorgt dafür, dass Macht, Besitz und Verantwortung nicht in wenigen Händen konzentriert sind, sondern der gesamten Gemeinschaft zugutekommen. Wir sind überzeugt, dass eine politische Struktur, die auf Thomismus, Faschismus, Distributismus, nationaler Identität, moralischer Führung, Doppelspitze und der Einheit von Staat und Kirche beruht, eine gerechte, stabile und harmonische Gesellschaft hervorbringt. Durch diese Ordnung sichern wir, dass jede Form von Autorität dem Gemeinwohl dient und dass unsere Nation in Stärke, Einheit und moralischer Klarheit bestehen kann.
6. Ethik und Lebensführung
Kurze Einführung in die Ethik Im Bereich der Moraltheologie halten wir uns, die CD, an die thomistische Schule, zusammen mit den Salmanticenses und dem heiligen Alfons Maria von Liguori — wobei zu beachten ist, dass dieser stark von den Salmanticenses geprägt ist (eine wichtige Klarstellung, da es in der „New Age“-Szene offenbar Scotisten gibt). Zunächst vertritt die thomistische Position, dass es keine moralisch indifferenten freiwilligen Handlungen gibt; jede menschliche Handlung ist entweder moralisch gut oder moralisch schlecht. Die moralische Spezies einer Handlung ergibt sich aus ihrem primären Objekt — das heißt ihrem Ziel — sowie aus ihrer Materie. Hier ist es entscheidend, zwischen der physischen Spezies und der moralischen Spezies einer Handlung zu unterscheiden. Die physische Spezies bezieht sich lediglich auf die äußeren, körperlichen Bewegungen – wie Gesten, Sprache oder die Bewegung der Gliedmaßen – ohne eine inhärente Beziehung zur moralischen Ordnung. Im Gegensatz dazu hängt die moralische Spezies vollständig von der Übereinstimmung mit der rechten Vernunft (der unmittelbaren Regel menschlichen Handelns) und dem ewigen Gesetz (der mittelbaren Regel) ab. Dementsprechend kann ein und dieselbe physische Handlung unterschiedliche moralische Spezies annehmen: So kann etwa die äußere Bewegung, eine andere Person zu schlagen, je nach Kontext unrechtmäßige Gewalt, Sakrileg oder ein anderes Vergehen darstellen. Ebenso können mehrere unterschiedliche physische Handlungen zusammen eine einzige moralische Spezies bilden, wie etwa beim Diebstahl. Lebensführung Die Kategorie der Lebensführung wird in das spirituelle Leben unterteilt und im nächsten Abschnitt besprochen. Dabei richten wir unseren Blick auf die Bescheidenheit, den Skandal, die Tugend (Demut, Mäßigkeit, Glaube …) sowie auf allgemeine Laster. Zunächst ist festzuhalten, daß Bescheidenheit nicht lediglich eine negative Vorschrift – etwa das Vermeiden bestimmter Kleidung oder Verhaltensweisen – darstellt, sondern eine positive Tugend, die vorausschauend wirkt. So lehrt Papst Pius XII., dass die Bescheidenheit Gefahren vorhersehe, uns davor bewahre, uns unnötigen Risiken auszusetzen, und selbst die geringste Unschicklichkeit meide. Sie fliehe nicht nur vor offenkundiger Unreinheit, sondern auch vor zweideutiger Vertraulichkeit, da sie den Leib als Tempel des Heiligen Geistes ehrfürchtig achtet (Pius XII., Sacra Virginitas, Nr. 58). Hier ist erneut zwischen der physischen und der moralischen Ordnung zu unterscheiden. Während äußere Erscheinungen – wie Kleidung, Gestik oder Umgangsformen – zunächst zur physischen Spezies gehören, erhalten sie ihre moralische Qualität durch ihre Beziehung zur Tugend und zum letzten Ziel des Menschen. Deshalb kann eine an sich indifferente äußere Form sittlich verwerflich werden, wenn sie eine nahe Gelegenheit zur Sünde darstellt. In diesem Sinne betont Pius XII., dass man selbst legitime Kleidung aufgeben müsse, wenn sie das eigene Heil oder das anderer gefährdet. Dementsprechend hat auch das kirchliche Lehramt immer wieder vor den Gefahren der Unbescheidenheit gewarnt. Papst Benedikt XV. beklagt mit Nachdruck die Blindheit jener, die aus Eitelkeit heraus die Grenzen der Anständigkeit überschreiten und dadurch sowohl die Mitmenschen ärgern als auch Gott beleidigen. Besonders schwer wiegt dabei, dass solche Unordnung nicht nur im öffentlichen Raum, sondern sogar im sakralen Kontext – bis hin zur Teilnahme an der heiligen Messe – Einzug hält (Sacra Propendiem, Nr. 19). Diese Lehre wird durch die Heiligen eindringlich veranschaulicht. Der heilige Antonius Maria Claret stellt einen drastischen Kontrast zwischen der Weltlichkeit modischer Eitelkeit und der Demut Christi her und zeigt, dass ungeordnete äußere Zierde letztlich eine Abkehr vom Vorbild des gekreuzigten Herrn bedeutet. In ähnlicher Weise mahnt der heilige Padre Pio, dass Eitelkeit im äußeren Erscheinungsbild die Seele ihrer inneren Schönheit beraubt und den Menschen von Christus entfernt. Die Bescheidenheit hingegen wird hier als geistlicher Kampf verstanden, der durch das eigene Beispiel geführt wird. Schließlich wird diese Perspektive auch durch die Botschaft von Fatima bestätigt, in der vor allem die Sünden des Fleisches und die Verführung durch modische Strömungen als ernste Gefahr für das Heil der Seelen hervorgehoben werden. Daraus folgt, dass die Bescheidenheit nicht bloß eine historische oder kulturelle Norm ist, sondern eine immerwährende Forderung des christlichen Lebens, da Gott selbst unveränderlich ist und der Mensch berufen bleibt, sich an dieser Ordnung auszurichten. Daraus ergibt sich insgesamt, dass die Bescheidenheit sowohl eine bewahrende als auch eine ordnende Funktion besitzt. Sie schützt den Menschen vor moralischem Fall, bewahrt die Würde des Leibes und trägt zugleich zur Heiligung der Gemeinschaft bei, indem sie Ärgernis vermeidet und den Blick auf das übernatürliche Ziel lenkt. Der Skandal stellt nicht bloß ein subjektives Ärgernis dar, sondern eine objektive sittliche Wirklichkeit, die sich insbesondere in ihrer Wirkung auf andere Seelen zeigt. Bereits der äußere Anschein des Bösen kann hinreichend sein, um andere zu verwirren oder zu Fall zu bringen. Der heilige Josemaría Escrivá formuliert dies zugespitzt: „Wenn du nicht schlecht bist und dennoch schlecht erscheinst, dann bist du töricht. Und diese Torheit – Quelle des Skandals – ist schlimmer als schlecht zu sein” (Der Weg, Nr. 370). Hier ist zwischen aktivem und passivem Skandal zu unterscheiden. Der aktive Skandal liegt bei demjenigen, der durch sein Verhalten Anlass zur Sünde gibt, während der passive Skandal bei demjenigen liegt, der sich verführen lässt oder Anstoß nimmt. In diesem Zusammenhang betont der heilige Franz von Sales, daß jene, die Skandal geben, eine besonders schwere Verantwortung tragen, da sie gleichsam das geistliche Leben anderer gefährden, während zugleich auch jene nicht ohne Schuld sind, die sich leichtfertig vom Glauben abbringen lassen. Dementsprechend ist nicht nur die objektive Sünde zu vermeiden, sondern auch jede Inkohärenz zwischen Lehre und Leben. Besonders im Bereich von Autorität und geistlicher Führung kann ein solches Auseinanderfallen großen Schaden verursachen. Escrivá weist darauf hin, dass selbst dort, wo die richtige Lehre verkündet wird, ein inkonsequentes Leben die Seelen anderer abschrecken und vom Guten abbringen kann (Der Weg, Nr. 411). Diese Lehre wird durch das kirchliche Lehramt bestätigt. Papst Pius X. warnt davor, in Zeiten der Prüfung den Glauben zu verlieren oder eine unrealistische, konfliktfreie Situation für die Kirche zu erwarten, da eine solche Haltung selbst zur Verwirrung anderer beitragen kann (Communium Rerum, Nr. 30). Zugleich betrifft der Skandal nicht nur außergewöhnliche Situationen, sondern auch den Alltag des christlichen Lebens. Der Gläubige ist gehalten, nicht nur auf seine eigene moralische Integrität zu achten, sondern auch auf die mögliche Wirkung seines Handelns auf andere. So erinnert Escrivá daran, dass weniger die eigene Bloßstellung von Fehlern zu fürchten ist als vielmehr das Ärgernis, das daraus entstehen kann (Der Weg, Nr. 596). Daraus ergibt sich, dass der Skandal eine zutiefst soziale Dimension der Sünde offenbart. Die menschliche Handlung bleibt niemals rein privat, sondern wirkt stets in die Gemeinschaft hinein. Deshalb fordert die Tugend der Nächstenliebe, alles zu vermeiden, was andere zu Fall bringen könnte, und zugleich im eigenen Glauben standhaft zu bleiben, ohne sich leichtfertig skandalisieren zu lassen. Innerhalb der Moraltheologie wird das Leben des Christen durch die Ausübung der Tugenden geordnet, die ihn befähigen, sich Gott zuzuwenden und das Heil der eigenen Seele sowie das der Mitmenschen zu fördern. Die thomistische Schule, zusammen mit den Salmanticenses und dem heiligen Alfons Maria von Liguori, betont, dass Tugenden nicht bloß äußere Gewohnheiten, sondern stabile Dispositionen sind, die den Willen und die Vernunft in Übereinstimmung mit dem ewigen Gesetz ausrichten. Die Demut (humilitas) ist dabei eine zentrale christliche Tugend. Sie befähigt den Menschen, die eigene Unvollkommenheit anzuerkennen, sich nicht über andere zu erheben und die Gnade Gottes als Quelle aller Vollkommenheit zu achten. Papst Pius XII. hebt hervor, dass geistliche Güter über körperlichen Vorteilen stehen und dass der Mensch seine Leidenschaften und Gewohnheiten so ordnen soll, dass das Heil der Seele im Vordergrund steht (Pius XII., zitiert nach SaintsWorks). In diesem Sinne zeigt sich Demut nicht nur in der inneren Haltung, sondern auch im Umgang mit anderen, indem man Stolz und Eitelkeit meidet und das eigene Leben in Übereinstimmung mit Gottes Willen gestaltet. Die Tugend der Mäßigkeit (temperantia) ordnet die natürlichen Begierden des Menschen und schützt ihn vor Übermaß, Unordnung und Versuchung. Sie zeigt sich insbesondere in der Beherrschung der Sinne, im bewussten Umgang mit Nahrung, Besitz, Kleidung und Vergnügungen, sodass diese Mittel nicht zum Selbstzweck werden, sondern im Dienst der Vernunft und der Liebe zu Gott stehen. Pius XII. betont in seinen Schriften, dass der Mensch Kleidung, Verhalten und äußere Erscheinung so wählen soll, dass sie weder die eigene Seele gefährden noch anderen Anlass zur Sünde geben (Pius XII., Sacra Virginitas, Nr. 58). Die Mäßigkeit ist somit nicht nur Selbstdisziplin, sondern auch Schutz der Gemeinschaft und Ausdruck der Nächstenliebe. Der Glaube (fides) schließlich ist die höchste theologischen Tugend, die den Menschen in die Gemeinschaft mit Gott stellt. Sie ordnet den Verstand auf die Wahrheit Gottes, ermöglicht das Akzeptieren der göttlichen Offenbarung und befähigt zu Vertrauen, Hoffnung und Liebe. Wie Thomas von Aquin lehrt, ist Glaube nicht nur ein intellektuelles Zustimmen, sondern eine lebendige Haltung, die das Handeln leitet und die moralische Ordnung stützt. Ohne Glauben können selbst äußere Tugenden leer bleiben; mit Glauben jedoch werden alle moralischen Handlungen zu Mitteln der Heiligung und zur Teilnahme am göttlichen Leben. Die Heiligen und das kirchliche Lehramt unterstreichen die praktische Relevanz dieser Tugenden. So warnt Papst Pius XII., dass selbst erlaubte äußere Gewohnheiten aufgegeben werden müssen, wenn sie eine Gefahr für die Seele oder die anderer darstellen. Ähnlich mahnt der heilige Josemaría Escrivá, dass die Inkohärenz zwischen Glauben und Verhalten großen Schaden anrichtet, da sie andere vom Guten abbringt (Der Weg, Nr. 411). Der heilige Franz von Sales betont, dass geistliche Tugenden den Menschen befähigen, sowohl Versuchungen zu widerstehen als auch das moralische Wohl der Mitmenschen zu fördern. Der S. Thomas von Aquin fasst zusammen, dass Tugenden, sowohl die natürlichen als auch die übernatürlichen, notwendig sind, um das menschliche Handeln in Einklang mit der Vernunft und dem ewigen Gesetz zu bringen. Sie sind nicht nur Mittel zur Selbstvollkommenheit, sondern dienen zugleich der Nächstenliebe und dem Aufbau der Kirche. In der Verbindung von Demut, Mäßigkeit und Glauben offenbart sich das wahre christliche Leben; eine Ordnung des Willens und der Begierden auf Gott hin, die sowohl das eigene Heil als auch das der Mitmenschen sichert. In der Moraltheologie bezeichnet ein Laster (vitium) eine beständige Neigung oder Gewohnheit, die den Menschen von der Tugend entfernt und sein Handeln gegen die Ordnung der Vernunft und Gottes Gesetz richtet. Nach der Lehre des heiligen Thomas von Aquin stellt das Laster das Gegenteil der Tugend dar: Während die Tugend den Willen und die Leidenschaften in Übereinstimmung mit dem Vernunftgesetz und dem ewigen Gesetz ordnet, führt das Laster zu Übermaß, Mangel oder Missordnung, sei es in Bezug auf die Sinne, den Willen oder den Intellekt. Ein klassisches Beispiel ist das Laster der Neugier (curiositas). Thomas von Aquin behandelt dieses in der Summa Theologiae (II-II, Q. 166). Er unterscheidet sorgfältig zwischen der Kenntnis selbst, die an sich gut ist, und dem Verlangen oder Streben nach Kenntnis, das sündhaft werden kann, wenn es aus Stolz, Eitelkeit oder unredlicher Absicht geschieht. So kann jemand die Wahrheit suchen, um sie zu gebrauchen, um sich zu rühmen, oder um andere zu verführen; in beiden Fällen wird das Streben zur Sünde. Auch das Interesse an sensiblen Dingen, wie das Beobachten von Spielen oder das Forschen in das Leben anderer, kann lasterhaft sein, wenn es von Neugier, Eitelkeit oder Lust gelenkt wird, wie Augustinus warnt (Confess. x, 35). In diesem Sinne ist Laster nicht einfach das Wissen an sich, sondern die falsche Ordnung des Begehrens, die den Intellekt und die Sinne von ihrem eigentlichen Ziel – der Erkenntnis und Verehrung Gottes – ablenkt. Weitere Lastern wie Stolz, Eitelkeit, Zorn, Unmäßigkeit oder Lust stehen ebenfalls im Zentrum der christlichen Moral. Papst Franziskus betont die Gefahr einer selbstzufriedenen, selbstgerechten Haltung, die in die „Babylonisierung“ des Herzens führt: Wer sich zu sehr auf weltliche Macht, Luxus oder Selbstgenügsamkeit verlässt, wird unempfänglich für Gottes Liebe und öffnet sein Herz für Verderbnis. Das Leben eines Christen wird gefährdet, wenn er Tugend und Glaube mit den Verlockungen dieser Welt vermischt (Matt Fradd, How to Be Happy, S. 96). Die Heiligen und das kirchliche Lehramt unterstreichen, dass Laster nicht nur die eigene Seele bedrohen, sondern auch die Gemeinschaft. Wie Papst Pius XII. lehrt, können äußere Verhaltensweisen, Kleidung oder Eitelkeit zu Stolperfallen für andere werden, die dann moralisch gefährdet sind. Ähnlich mahnt St. Josemaría Escrivá, dass das inkohärente Leben eines Gläubigen – insbesondere von Lehrern und Führern – den Glauben anderer schwächen kann (Der Weg, Nr. 411). Thomas von Aquin formuliert es so: Das Laster besteht darin, dass der Mensch sein Streben und seine Leidenschaften von ihrem Ziel ablenkt. Wer seine Begierden nicht in Maßen hält, über die Vernunft hinaus nach Gutem strebt oder Wissen missbräuchlich anwendet, richtet sich selbst und andere moralisch zugrunde. Umgekehrt wird ein Leben in Tugend, in Demut, Mäßigung und Glauben, die Sinne und den Intellekt geordnet halten, zu einem Schutz vor Laster und ein Mittel der Heiligung. So offenbart sich die christliche Lehre über das Laster als Warnung und Leitfaden zugleich: Sie zeigt die Gefahren übermäßiger Leidenschaften, falscher Neugier und selbstgefälliger Lebensweisen auf und weist auf die Notwendigkeit hin, Tugenden zu kultivieren, die den Menschen sowohl vor innerer Zerstörung als auch vor der Verführung anderer bewahren.
7. Gesellschaftsordnung
Für uns als Organisation, die nach einer national-distributistischen katholischen Regierung strebt, ist die Gesellschaft nicht nur ein Mittel, sondern ein geordneter Organismus, der dem Gemeinwohl als höchstem Ziel dient. Jede unserer Entscheidungen orientiert sich an der natürlichen Ordnung, die Thomas von Aquin lehrt: Das Handeln des Einzelnen soll auf das Wohl der gesamten Gemeinschaft ausgerichtet sein, und alles, was diesem Ziel dient, fördern wir aktiv. Wir sehen den Staat als Hüter des Gemeinwohls. Er greift nur ein, wenn die kleinsten, fähigen Einheiten — Familie, Gemeinde oder Region — ihre Aufgaben nicht erfüllen können. So wahren wir das Prinzip der Subsidiarität und stellen sicher, dass Verantwortung auf der angemessensten Ebene getragen wird. Gleichzeitig leben wir die Prinzipien der Subsidiarität und Solidarität, wie sie aus der vernunftgemäßen Ordnung der Gesellschaft hervorgehen. Die Starken unterstützen die Schwachen, damit niemand in unserer Gemeinschaft zurückgelassen wird. Auf diese Weise verbinden wir individuelle Verantwortung mit kollektiver Fürsorge, wie es dem thomistischen Verständnis von Gerechtigkeit entspricht. Für uns ist die Familie das Fundament der Gesellschaft. Sie bildet die natürliche und moralische Basis für Bildung, Erziehung und die Weitergabe von Werten. Deshalb fördern wir Bildung und Erziehung, die nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Tugend, Verantwortung und Orientierung am Gemeinwohl stärken. Wir unterstützen Familien gezielt, durch Förderung von Eigentum, christlicher Erziehung und sozialer Sicherheit, denn eine starke Familie garantiert die Kontinuität unserer Werte und die Ordnung nach der Vernunft, wie Thomas von Aquin sie beschreibt. Darüber hinaus empfinden wir einen starken Stolz auf unsere nationale und kulturelle Identität als Deutsche. Wir sehen es als unsere Pflicht an, Traditionen, Sprache, Geschichte und kulturelle Errungenschaften zu bewahren und an zukünftige Generationen weiterzugeben. Dieser Stolz ist nicht nur Symbol, sondern Teil unserer Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft und der moralischen Ordnung, die wir fördern. Wir glauben, dass eine klare Hierarchie und geordnete Struktur notwendig ist, um Stabilität und Zusammenhalt zu sichern. Dabei steht nicht Unterdrückung, sondern die geordnete Kooperation aller gesellschaftlichen Teile; Staat, Kirche, Familie und Gemeinschaften im Vordergrund. Moralische und politische Ordnung orientieren sich am natürlichen Recht und an christlicher Vernunft, sodass alle Gesetze gerecht und dem Gemeinwohl dienlich sind. Wir sind überzeugt, dass eine Gesellschaft, die auf Thomismus, Gemeinwohl, Solidarität, Familie, Bildung und geordneter Hierarchie gründet, harmonisch, gerecht und stabil ist. Durch unsere Arbeit sichern wir, dass jede Entscheidung der Vernunft, der Moral und dem Wohl der gesamten Gemeinschaft dient.


